CEOs werden direkt: KI wird Jobs ersetzen

CEOs werden direkt: KI wird Jobs ersetzen - Golem Karrierewelt

IBM kündigt an, einen Teil der Verwaltung nicht mehr zu besetzen. Innerhalb von fünf Jahren sollen rund ein Drittel der Stellen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz automatisiert werden. Andere Konzerne haben ähnliche Pläne. 
 
Wer sich noch nicht mit dem Thema KI beschäftigt hat, wird es in naher Zukunft tun müssen. Denn langsam werden Konzerne, die sich in ihrer Strategiekommunikation bisher eher euphemistisch geben, konkret: Künstliche Intelligenz wird Arbeitsplätze ersetzen. IBM-CEO Arvind Krishna kündigte laut Bloomberg an, die Besetzung von Backoffice-Stellen, die durch KI ersetzt werden können, zu verlangsamen oder auszusetzen. 
 
Die Maßnahme betrifft 26.000 Stellen, von denen laut Krishna 30 Prozent, also knapp 8.000, in den nächsten fünf Jahren betroffen sein könnten. Zudem sollen Stellen, die durch natürliche Fluktuation frei werden, nicht mehr besetzt werden. Dies ist die erste konkrete Aussage eines Tech-CEOs zu Plänen, Arbeitsplätze durch KI zu ersetzen. 
 
Auch andere Konzerne setzen auf KI 
 
IBMS Führungsspitze hat zwar das Offensichtliche angesprochen, andere Tech-Konzerne haben jedoch schon früher, wenn auch weniger direkt, von ihren KI-Ambitionen hören lassen. So kündigte Amazons CFO Brian Olsavsky an, die Ausgaben für große Sprachmodelle und generative KI zu erhöhen und gleichzeitig die Ausgaben für die Kernabwicklung und den Transport zu senken. 
 
Der Cloudspeicher-Service Dropbox hat 16 Prozent seiner Belegschaft (500 Mitarbeiter) entlassen, um sich laut CEO Drew Houston vermehrt auf KI-Technologie zu konzentrieren. Mark Zuckerberg von Meta erklärte KI zu seiner "größten Einzelinvestition" und schaffte 5.000 offene Stellen ab, für die noch keine Mitarbeiter eingestellt wurden. Microsoft hat in der Vergangenheit bereits Mitarbeiter durch KI ersetzt und investiert weiterhin in das umfangreiche Sprachmodell von OpenAI, wie die letzte milliardenschwere Investition beweist. 
 
Erste Stimme auch aus Deutschland 
 
Auch in Deutschland ist der Trend angekommen. Im März hatte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner erklärt, dass Journalisten durch KI-Systeme wie ChatGPT ersetzt werden könnten. Laut dem CEO können KI-Tools wie ChatGPT eine Revolution im Informationsbereich darstellen und bald besser in der Informationsaggregation sein als menschliche Journalisten. Diese Aussagen kamen nach den Ankündigungen des Medienhauses über die geplante Transition zu einem rein digitalen Medienunternehmen und breitflächigem Stellenabbau. Menschliche Journalisten sollen trotzdem zum Einsatz kommen, vorrangig bei investigativen Aufgaben und originären Kommentaren. 
 
Englischsprachige Publikationen wie BuzzFeed, Daily Mirror und Daily Express experimentieren schon seit einiger Zeit mit dem Einsatz von KI in der Contentproduktion. Die amerikanische Tech-Webseite CNET hatte Anfang des Jahres eine Kontroverse losgetreten, nachdem dort Finanzartikel minderer Qualität erschienen und diese nicht offen als KI-generiert gekennzeichnet waren. Mit weiteren Optimierungen und einem offeneren Umgang hat KI-Journalismus aber das Potenzial, eine Ergänzung zu der traditionellen Form zu werden. 
 
Zukunft des Arbeitsmarkts Freelancing? 
 
Die präzedenzlose exponentielle Entwicklung von KI-Technologien hat die globale Wirtschaft in den vergangenen Monaten auf den Kopf gestellt: ChatGPT erreichte innerhalb von zwei Monaten über 100 Millionen Nutzer, schneller als Tiktok oder jeglicher andere Service jemals zuvor. Jeder Tech-Konzern veröffentlicht entweder eigene Sprachmodelle oder integriert vorhandene. Täglich gibt es neue Anwendungen und Entwicklungsupdates. 
 
Die Chancen und Risiken eines sich durch Automation ändernden Jobmarktes im Kontext dieser Fortschritte sind weithin bekannt. Es wird erwartet, dass diese Veränderungen schnell, aber vorhersehbar eintreten. Für jeden Einzelnen bedeutet das, am Ball der Zeit zu bleiben sich fortzubilden und in sich selbst zu investieren. 
 
Trotz dieser halbwegs ominösen Nachrichten für den Arbeitnehmer könnte die Zukunft von Arbeit jedoch nicht beim traditionellen Beschäftigungsverhältnis liegen: Freelancing wird als Tätigkeitsform der Zukunft gewertet. Zum einen hat die Pandemie gezeigt, dass keine Anstellung wirklich sicher ist. Zum anderen bietet Freelancing in einer sich immer stärker individualisierenden Gesellschaft Arbeitenden mehr Freiraum. Unternehmen bevorzugen zudem zunehmend Freelancer für Projekte und gezielte Aufgaben. Dies ermöglicht Flexibilität auf beiden Seiten. 

 

Bild: Pixabay

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