Work-Life-Balance braucht vier Säulen

Work-Life-Balance braucht vier Säulen | Golem Karrierewelt

Du fühlst dich von deinen Aufgaben bei der Arbeit gehetzt und manchmal auch überfordert? Kannst nach der Arbeit schlecht abschalten und wünschst dir mehr Ruhe? Aber dein IT-Job macht dir auch Spaß, du willst erfolgreich sein und Ziele erreichen? Das geht - mit Work-Life-Balance. Den Begriff kennen wir alle, aber wie setzt man diese Balance zwischen Job und Privatleben eigentlich wirklich um? Sie ist auf mehr als nur „nicht zu viel arbeiten, aber auch nicht zu wenig“ – sie beruht auf vier Lebensbereichen. Und nur wenn wir darauf achten, dass alle vier in Balance sind, fühlen wir uns rundum wohl und bleiben nachhaltig leistungsfähig.


Beruf, Gesundheit, Soziales und Sinnlichkeit

 

Die vier Bereiche sind: Beruf, Gesundheit, Soziales und Sinnlichkeit. Mit Sinnlichkeit ist alles gemeint, was unsere Sinne anspricht: Wenn wir anderen Menschen nah sind und Liebe spüren, aber auch wenn wir Kultur oder Kunst erleben (oder selbst machen), unsere Talente leben und unsere Ziele umsetzen. In Balance zu kommen gelingt uns dann am besten, wenn wir die Energie, die wir in die vier Lebensbereiche investieren, gut aufteilen. Wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten, merken wir das schnell daran, dass wir einzelne Lebensbereiche vernachlässigen: Weil im Job viel zu tun ist, treffen wir Freunde seltener. Wenn wir unsere Gesundheit vernachlässigen, uns schlecht ernähren und keinen Sport machen, fühlen wir uns schlechter und haben weniger Freude an den anderen Lebensbereichen. Oder wenn wir unseren Freundeskreis nicht pflegen und darunter leiden, dass wir weniger soziale Kontakte haben, haben wir vielleicht auch weniger Spaß an Kunst und Kultur.

Regelmäßige Bestandsaufnahme

Um solche Negativ-Spiralen aufzulösen, hilft es, wenn du dich regelmäßig fragst, wo du in den einzelnen Bereichen derzeit stehst. Und wie du wieder für mehr Harmonie sorgen kannst. Dabei geht es in der Regel darum, Prioritäten zu setzen: Wenn du im Job gerade eine Führungsrolle angenommen hast, bedeutet das sicher mehr Arbeit und du musst erst in diese Verantwortung hineinwachsen. In der Übergangszeit ist es völlig okay, wenn der Fokus dann mal auf dem Beruf liegt. Aber du solltest die anderen Bereiche nicht völlig schleifen lassen, sprich: Auch wenn du mehr arbeitest als sonst, ernähr dich gesund, mach Sport, ruf ab und zu deine Freunde und Freundinnen an und geh auch mal ins Theater oder geh deinen Hobbies nach – das kann auch sein, eine neue Programmiersprache zu lernen, wenn du dabei ganz in deinem Element bist.


Klare Ziele setzen

Du solltest auch regelmäßig festhalten, welche Ziele du dir setzt: Was willst du in fünf bis zehn Jahren erreichen? Und vor allem: Wie willst du dich fühlen? Welche Werte sind dir wichtig und kannst du diese aktuell ausreichend ausleben? Und wie passt das alles zu den vier Lebensbereichen – schaffst du es, alle gut zu füllen oder wo fehlt dir etwas? Wenn du klare Ziele vor Augen hast, sind die Chancen sie zu erreichen viel höher.


Zeit und mentale Ressourcen sind begrenzt

Mit jeder neuen Aufgabe, jeder neuen Aktivität – egal, ob beruflich oder privat – solltest du prüfen, ob du vielleicht eine andere stattdessen aufgeben kannst. Denn nicht nur deine Zeit, auch deine mentalen Ressourcen sind begrenzt. Wenn du dich zum Beispiel ehrenamtlich engagieren willst, vielleicht kannst du dann gleichzeitig private Aufgaben abgeben und die Organisation des jährlichen Grillfestes anderen überlassen. Wenn du Kinder bekommst, vielleicht kannst du dann Freunde seltener sehen – verbringe dafür die Zeit umso bewusster mit ihnen.

 

In Aktion kommen

Das Wichtigste für eine gute Work-Life-Balance ist neben regelmäßigem Innehalten und Prüfen, wo du gerade stehst, dass du in Aktion kommst: Du siehst deine Freunde zu selten? Dann verabrede dich fest mit ihnen – vielleicht klappt ein regelmäßiger Termin? Oder kannst du beispielsweise Sport und Freundschaft miteinander verbinden, indem ihr euch zum Squash-Spielen trefft oder einmal pro Woche zusammen laufen geht? Man sollte nicht alles übermäßig optimieren, denn das kann auch Druck machen. Aber Sport macht ja zum Beispiel auch gemeinsam oft mehr Spaß – und das zahlt wieder noch stärker auf deine allgemeine Zufriedenheit und Balance ein.