Führung und Management: Bin ich eine gute Führungskraft?

Führung und Management: Bin ich eine gute Führungskraft? | Golem Karrierewelt

Von Juliane Gringer

So erkennst du, ob du deinen Job als Chefin oder Chef kompetent und zufriedenstellend ausfüllst.

Schon wer sich die Frage stellt, ob sie oder er eine gute Führungskraft ist, beweist damit eine Qualität, die gute Vorgesetzte auszeichnet. „Sich selbst und sein eigenes Verhalten im Beruf zu hinterfragen, ist sinnvoll und wichtig, um diese Rolle zufriedenstellend auszufüllen“, sagt Nils Schmidt. Der Rechtsanwalt ist Vorstand im DFK - Verband für Fach- und Führungskräfte. Er nennt fünf Dinge, die alle, die eine gute Chefin oder ein guter Chef sein wollen, umsetzen sollten:  

 

1: Authentisch bleiben
Die Vorstellung davon, was gute Führungskräfte ausmacht, übernehmen wir oft von Vorbildern, ob aus dem eigenen Berufsleben oder aus fiktionalen Serien und Filmen. „Führung ist eben kein Ausbildungsberuf“, sagt Nils Schmidt. „Doch man sollte nicht andere nachahmen, sondern seinen eigenen Stil finden und dabei vor allem authentisch bleiben. Wenn ich nur Dinge kopiere, mich aber nicht damit identifizieren kann, werde ich scheitern.“

 

2: Auf das Wissen und die Erfahrung anderer vertrauen
Als Chefin oder Chef muss man nicht alles selbst können - es wäre auch unrealistisch, das anzustreben. Vielmehr kann und sollte man die Verantwortung bewusst auf mehrere Köpfe verteilen und deren Expertise und Know-how damit effizient nutzen. „Ich sehe das an mir selbst“, sagt Nils Schmidt, „als Jurist ist mein Bereich, den ich umsetzen kann, ja auch begrenzt. Also muss ich mir Inhalte und die Erfahrung von anderen heranholen.“ Dabei sei es auch wichtig, auf diese Kompetenzen zu vertrauen: „Ich vertraue darauf, was mir andere, auch Jüngere, sagen.“ Das Alter spiele so oder so keine Rolle mehr: „Junge Leute können genauso gut führen wie ältere. Die einen führen mit Erfahrung, die anderen führen, weil sie Visionen haben, die sie umsetzen. Und beides sind meiner Meinung nach sehr relevante Punkte.“ 

 

3: Sich selbst nicht zu wichtig nehmen

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Führungskräfte sollten sich selbst außerdem nicht zu wichtig nehmen. „In der Vergangenheit haben sicher viele diesen Fehler gemacht“, sagt Schmidt. „Als moderne oder moderner Vorgesetzte sollte ich mir jedoch sehr bewusst sein, dass ich einen Job mache - und für wen ich den mache. Ich mache ihn nicht für mich persönlich, sondern für das Unternehmen. Ich darf natürlich auch einen Mehrwert daraus ziehen, aber der sollte mehr sein als das reine Gehalt.“ Moderne Führung bedeutet laut Schmidt auch, dass Vorgesetzte ihren Teams weniger Vorgaben machen, sondern sie in einem Prozess begleiten. „Ich gestalte mehr, als dass ich Dinge vorschreibe. Ich bin Coach und Mentor, gebe Verantwortung ab. Auch das gehört für mich dazu, dass ich mich selbst als Führungskraft nicht in den Mittelpunkt stelle, mich selbst nicht zu wichtig nehme.“ 


4: Sich selbst beobachten
Wie aber kann man es lernen, eine gute Führungskraft zu werden? Laut Schmidt vor allem durch Erfahrung. Und indem man sich selbst im Beruf gut beobachtet: „Man sollte selbstkritisch sein und schauen, ob das, was man sich vornimmt, gelingt oder nicht. Dazu kann man die Reaktionen der Menschen um sich herum nutzen: Normalerweise merkt man, wie der eigene Führungsstil beim Team ankommt.“ Besonders wichtig sei, darauf zu achten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Aufträge erfüllen, sondern sich wirklich auf dem Weg, den das Team gemeinsam geht, mitgenommen fühlen. Darin müsse man sie als Chef oder Chefin führen und unterstützen.  

 

5: Das Team um Feedback bitten

 

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Ist es eine gute Idee, das eigene Team zu fragen, ob man eine gute Führungskraft ist? Grundsätzlich ist das laut Schmidt ein sehr guter Weg, vor allem mit der „360°-Methode“, bei der die Kompetenzen und Leistungen von Fach- und Führungskräften aus unterschiedlichen Perspektiven beurteilt werden. Also nicht nur von den direkten Kolleginnen und Kollegen, sondern zum Beispiel auch von Vorgesetzten und Kunden. „Schwierig wird es, wenn es im Unternehmen bisher keine Feedbackkultur gibt“, sagt Schmidt. „Dann geben oft entweder alle ein rundum positives Feedback - um nicht der- oder diejenige zu sein, auf den eine Kritik zurückfällt.

Oder es wird auch schon mal absichtlich eine schlechte Bewertung gegeben, weil sich jemand vielleicht für etwas revanchieren will.“ Wenn jedoch ein gutes Vertrauensverhältnis gegeben sei, bekomme man auch ein eher objektives Feedback und könne besser beurteilen, ob der eigene Führungsstil in die richtige Richtung weist.

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