Softwareentwicklung: Welche Programmiersprache soll ich lernen?

Softwareentwicklung: Welche Programmiersprache soll ich lernen? | Golem Karrierewelt

Von André Schade

Programmieren ist nicht leicht, egal in welcher Sprache. Wer aber mit dem Lernen der ersten Programmiersprache einmal mit strukturellem Denken vertraut geworden ist und die einzelnen Konzepte hinter der Programmierung verstanden hat, wird jede neue Sprache leichter lernen. 

Für die Motivation kann es besser sein, mit einer einfachen Sprache anzufangen und mit einer, die viel mit Frameworks und Libraries arbeitet. Damit kann man schnell und relativ leicht erste Ergebnisse erzielen. Allerdings ist die entscheidendere Frage, welche Projekte mit der Sprache umgesetzt werden sollen. 


Schritt 1: eine grobe Annäherung an die Programmiersprache

Möchte man zum Beispiel Webseiten bauen, sollten es HTML, CSS und Javascript sein, im Data-Umfeld Python und R, bei Embedded-Lösungen C++ und C. Auch die folgenden Fragen sind wichtig: Gibt es eine etablierte Community und umfangreiche Dokumentation rund um die Technologie? Ist abzusehen, dass die Sprache auch in Zukunft eine weite Verbreitung haben wird? Kann man sich selbst einen Lehrplan erstellen, um sich in einer bestimmten Sprache effizient weiterzuentwickeln? 

 

Wer diese groben Einordnungen für sich getroffen hat, kann sich mit den konkreten Sprachen befassen. 


Schritt 2: Welche Programmiersprache kann was?

Python ist eine fast auf den ersten Blick verständliche Programmiersprache und die richtige Wahl, wenn man im Data-Bereich oder im Web-Backend arbeiten möchte. Python ist einfach und hat großartige Einsatzmöglichkeiten, auch ohne pedantische Genauigkeit in der Syntax. Selbst nach Jahren ist sie weit verbreitet. 

 

 

C stellt eine sehr solide Grundlage zur Verfügung, die beim Erlernen weiterer Sprachen hilfreich ist. Mit C lernt man richtig programmieren und sieht unmittelbar, wie ein Programm mit der Hardware interagiert. Die Sprache erfordert aber viel Disziplin beim Programmieren. 

 

C und die objektorientierte Variante C++ sind weit verbreitet im Bereich Internet of Things (IoT), in der 3D-Programmierung sowie in der Spieleentwicklung und spielen eine große Rolle beim Zusammenwachsen von IT und Ingenieurwesen, beispielsweise im Bereich von Maschinensteuerungen und Robotik. 

 

Javascript, HTML, CSS, Java, Ruby oder PHP

 

Javascript ist eine der am stärksten und schnellsten wachsenden Sprachen dieser Zeit. Sie ist aus vielen Bereichen, insbesondere im Web, nicht mehr wegzudenken und hat eine hohe Innovationskraft. Gefühlt kommen jede Woche neue Frameworks und Dialekte hinzu.  

Die Vorteile für Einsteiger: Sie können aufgrund der Browser-Integration schnell Ergebnisse erzielen. Seit einiger Zeit hält die Sprache aber auch Einzug in Backend-Systeme und Serverless-Umgebungen und verzeichnet dort sehr schnelles Wachstum. Die fehlende Typisierung wird zwar häufig bemängelt, dafür ist Javascript aber sehr schnell und flexibel.

 

HTML und CSS: Beide (Auszeichnungs-)Sprachen sind einfach zu erlernen, bringen schnell Ergebnisse und sind unverzichtbar für alle, die Frontends von Internetseiten entwickeln. Deshalb ist es der absolute Standard, beide zu beherrschen. 

 

Java ist sehr weit verbreitet und wird für viele Zwecke verwendet. Die Sprache bietet eine sehr gute Grundlage für die technologische Weiterentwicklung im Beruf. Wer Interesse an der Entwicklung mobiler Apps (Android) hat oder gerne im Enterprise-Bereich größere serviceorientierte Applikationen bauen möchte, sollte mit Java einsteigen. 

 

Ruby: Oft programmieren Startups ihre Webseiten mit dieser Sprache. Sie war lange Zeit fast unsichtbar und erlangte erst durch das Framework Rails Bekanntheit. Wie bei Java ist hier alles ein Object, was manche im Verständnis erstmal vor eine gewisse Herausforderung stellt. 

PHP: Für alle, die sich ausschließlich auf Web-Entwicklung konzentrieren möchten, ist PHP eine gute Programmiersprache für den Einstieg. Die Sprache verfügt über eine sehr große Community. Sie bietet eine große Anzahl von Frameworks, mit denen Entwickler allgemeine und branchenspezifische Apps erstellen können - leider ist die API nicht so sauber, durchdacht und konsequent wie bei anderen Sprachen, etwa Java. Zudem steht die längerfristige Zukunft von PHP in Frage. 

 
Kurzfazit 

Bei der Wahl der richtigen Programmiersprache ist vor allem entscheidend, welches Projekt umgesetzt werden soll. Will man zum Beispiel Webseiten bauen, sollten es HTML, CSS und Javascript sein, im Data-Umfeld Python und R, bei Embedded-Lösungen C++ und C. Python ist einfach zu erlernen, mit Javascript lassen sich schnell Ergebnisse erzielen. C ist schwer, aber eine gute Grundlage, um danach auch noch weitere Sprachen zu lernen. 

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