Merken gleich alle, dass ich gar nichts kann?

Merken gleich alle, dass ich gar nichts kann? - Golem Karrierewelt

Du wirst befördert und denkst, das war sicher nur Glück, es war eben niemand anderes da, der den Job hätte machen können? Du hast manchmal Angst, dass deine Kolleginnen und Kollegen merken, dass du gar nicht alles weißt und das Gefühl hast, die anderen sind schlauer als du? Dann hast du Symptome eines „Impostor-Syndroms“ – du fühlst dich wie ein Hochstapler oder eine Hochstaplerin. Und das kann auch erfahrenen IT-Administratorinnen und -Administratoren, gut bezahlten SAP Consultants und gefragten Programmiererinnen und Programmierern passieren: Mit ihrer tatsächlichen Kompetenz hat es nichts zu tun, das Phänomen betrifft sogar eher höher qualifizierte Kräfte.

 

Die Sorge, als Betrüger entlarvt zu werden

 

Entdeckt wurde das Impostor-Syndrom in den 1970er-Jahren von zwei Psychologinnen, denen auffiel, dass erfolgreiche Menschen ihre Leistungen eher auf Glück zurückführten als darauf, dass sie sich ihr Wissen mit harter Arbeit angeeignet haben. Und dass sie sogar Sorge hatten, dass sie als Betrügerinnen oder Betrüger entlarvt werden könnten – weil sie selbst einfach nicht glaubten, dass sie wirklich gute Arbeit leisten. Das alles kann Menschen jeder geschlechtlichen Orientierung betreffen, jeden Alters, jeder Herkunft und vor allem egal, wie gebildet sie sind.


Das Umfeld würde es nicht verstehen

Folgende Gedanken und Gefühle können auf das Impostor-Syndrom hinweisen: Wenn du denkst, dass andere ein übertriebenes Bild davon haben, was du weißt oder kannst. Wenn du glaubst, dass das, was du leistet, nicht viel wert ist. Wenn du auch bei einem kleinen Fehler direkt befürchtest, er könnte dich den Job oder die nächste Beförderung kosten. Das Impostor-Syndrom geht mit viel Angst einher: Der Angst, aufzufliegen, entlarvt zu werden und sogar davor, erfolgreich zu sein – weil es dann umso schlimmer wäre, als Hochstapler enttarnt zu werden und vielleicht alles zu verlieren. Das Umfeld würde das oftmals gar nicht verstehen: Wenn ein erfolgreicher Programmierer sagt, er glaubt, er kann eigentlich gar nicht programmieren – wer glaubt ihm und sagt nicht einfach: „Das ist doch Quatsch, klar kannst du das!“ Umso schwieriger ist es, sich seinem Umfeld zu öffnen. Doch wenn man die Ängste mit sich selbst ausmachen muss, werden sie oftmals umso größer.

Selbstzweifel kosten Kraft – gute Freundschaften können helfen

 

Hinter alldem stecken vor allem Selbstzweifel: Man ist sich nicht bewusst, was man kann, welche Fähigkeiten und Kompetenzen man hat. Diese Selbstzweifel kosten Kraft und bremsen die Betroffenen aus. Deshalb ist es umso sinnvoller, sich Hilfe zu holen: Von Therapeuten oder auch Coaches, mit denen man gemeinsam erarbeiten kann, welche Stärken man hat und wie man im Job wirklich dasteht. Laut einer Studie der amerikanischen Brigham Young University, bei der rund 20 Prozent der Befragten vom Impostor-Syndrom betroffen waren, hilft dagegen vor allem ein stabiles Netzwerk im persönlichen Umfeld: Familienmitglieder und Freunde sowie Freundinnen können am besten helfen, die nagenden Selbstzweifel zu besiegen. Indem sie die Zweifel nicht wegwischen, sondern ernst nehmen und immer wieder einfühlsam zeigen, welche Stärken die Betroffenen haben. Zudem sollten wir alle offener über Fehler, Ängste und Scheitern erzählen – damit wir alle spüren, dass es völlig okay ist, nicht immer alles perfekt zu machen.



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