Jobsharing – so funktioniert es!

Jobsharing – so funktioniert es! | Golem Karrierewelt

Lydia Leipert und Rebecca Zöller teilen sich seit fünf Jahren einen Job – eine Führungsposition im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Als Jobsharing-Tandem „Lydecca“ haben sie viele spannende Erfahrungen mit dem Konzept gesammelt und teilen sie jetzt in einem Buch: „Geteilte Arbeit, doppelt durchstarten“ (KOMPLETT-MEDIA Verlag). Sie halten Jobsharing für ein echtes Erfolgsmodell, von dem Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber genauso profitieren wie Angestellte. Im Vorwort sagt auch Fränzi Kühne, die beim Filzstift-Produzenten Edding den Posten des Digitalvorstands ebenfalls im Tandem gestartet ist: „Jobsharing ist auf allen Ebenen die Zukunft unseres Arbeitens.“ Damit es gut funktioniert, empfehlen „Lydecca“ folgendes:

1) Gemeinsame Ziele

Als Job-Tandem solltet ihr eine gemeinsame Vision definieren. Damit können beide formulieren, was ihnen wichtig ist und was sie erreichen wollen – und bis wann. Auf diese Vision solltet ihr euch gemeinsam festlegen, die Ergebnisse dokumentieren und in regelmäßigen Abständen überprüfen. Denn so könnt ihr beide eure Ziele klar benennen und immer wieder prüfen, ob ihr noch auf Kurs seid.

 

2) Stärken nutzen und vertrauen

Nutzt eure gemeinsame Stärke! Dazu solltet ihr euch gut kennen und die Aufgaben entsprechend verteilen sowie euch gezielt gegenseitig unterstützen. Jobsharing ist Vertrauenssache: Nur wenn man weiß, dass die andere Person loyal ist und sich der gemeinsamen Vision wirklich verpflichtet hat, kommt man gemeinsam zum Ziel. Wichtig ist auch ein gutes Erwartungsmanagement – untereinander, aber auch bei euren Vorgesetzten.

Ihr teilt den Job und arbeitet nicht doppelt. Ein Duo bringt Vorteile mit, kann aber genauso wie eine 100-Prozent-Stelle auch mal ausgebremst werden – und sei es nur durch eine Grippewelle.

 

3) Klare Aufgabenteilung

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eures Jobs solltet ihr klar definieren und genau bestimmen, wer was übernimmt. Um das abzustimmen und kontinuierlich im Blick zu behalten, kommt ihr um regelmäßige Planungssitzungen nicht herum. Die können zum Beispiel wöchentlich stattfinden. Dort könnt ihr vor allem auch kleinteilige Aufgaben besprechen und die Zuständigkeiten genau bestimmen. „Lydecca“ raten: Lieber einmal zu viel Nachhaken, denn der anderen Person fällt garantiert noch etwas Sinnvolles zum Thema ein.


4) Kommunikation

Damit keine To-dos vergessen werden und die Kommunikation klar bleibt, solltet ihr euch auf geeignete Tools einigen, mit denen ihr Übergaben organisiert und euch gegenseitig über alles Wichtige informiert. Ob Mails, WhatsApp, Trello oder Slack: Wichtig ist, dass ihr beide euch einig seid, auf welchem Weg ihr kommuniziert und dann auch daran haltet. Das erspart Suchen und peinliche Momente in Meetings, bei denen du nach Informationen gefragt wirst, die dein Tandempartner nicht weitergegeben hat. Vor allem Sitzungs- und Gesprächsprotokolle sind für den Informationstransfer wichtig und sollten jederzeit einsehbar sein. Außerdem solltet ihr klären, welche Mails in CC geschickt werden, welche nicht – und weitere Regeln der gemeinsamen Kommunikation. Nach außen solltet ihr immer mit einer Stimme sprechen – dafür müsst ihr Prioritäten und Entscheidungen vorher abstimmen.

5) Erfolgskontrolle

Die Zeit, die ihr in die Überprüfung von Erfolgen und Fortschritten eurer gemeinsamen Arbeit investiert, lohnt sich. Auch Coachings und Reviews sind empfehlenswert – so könnt ihr euch kontinuierlich gemeinsam weiterentwickeln. Wenn sich einer von euch beruflich verändern will, sollte er oder sie das transparent machen. Dann könnt ihr versuchen, Pläne so gut wie möglich miteinander abzustimmen.

 

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„Geteilte Arbeit, doppelt durchstarten!“ ist im April 2022 erschienen. Mehr Infos zum Buch findet ihr auf Bücher.de. 

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