MINT lohnt sich!

MINT lohnt sich! - Golem Karrierewelt

326.100 Arbeitskräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fehlen – das zeigt der MINT-Herbstreport des Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd), der auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beruht. Demnach waren im Oktober 2022 mehr als 500.000 Stellen in 36 Kategorien der MINT-Berufe nicht besetzt, während nur gut 175.000 Menschen arbeitslos gemeldet waren, die einem MINT-Beruf nachgehen wollen. Die Lücke ist groß, unter anderem auch in den IT-Berufen. 
 
MINT ermöglicht Innovationen 
 
Und das ist dramatisch, denn Deutschland braucht die gut ausgebildeten Kräfte in den MINT-Berufen dringend: Sie ermöglichen Innovationen. Und die Stärken die Wirtschaft. Sie sind in Krisenzeiten umso wichtiger, denn mit ihnen kann sich Deutschland unabhängiger machen und Herausforderungen wie der Demografie-Entwicklung, der Digitalisierung oder dem Ausstieg aus fossilen Energien trotzen. Wissen und Talente machen unabhängiger. Wenn Personal fehlt, können Unternehmen Projekte nicht voranbringen oder neue Ideen gar nicht erst realisieren.  

 
Besonders stark fehlen beruflich qualifizierte Facharbeiter – 154.400 Kräfte werden hier vermisst. In den MINT-Expertenberufen konnten 137.500 Arbeitsplätze nicht besetzt werden, für die es in der Regel einen Studienabschluss braucht. Meister und Techniker fehlen auch, rund 34.200. Differenziert man nach Berufsbereichen, tat sich die größte Lücke in den Energie- und Elektroberufen mit 84.900 fehlenden Kräften auf. 62.500 Menschen fehlten im Bereich Maschinen- und Fahrzeugtechnik, in den IT-Berufen waren es 58.700. 
 
Weniger neue Talente in Studiengängen 

 

Wo bleibt der Nachwuchs? Leider sinkt die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in den MINT-Berufen sogar. 2016/2017 starteten noch rund 198.000 junge Talente in diese Richtung, 2021/2022 waren es nur noch 172.000 – trotz vieler Kampagnen, guter Zukunftsaussichten und vor allem vielen spannenden Inhalten. Ein Grund könnte sein, dass Jugendliche in der Coronapandemie weniger Gelegenheiten hatten, Berufsmessen zu besuchen oder ein Praktikum zu machen und somit zu erleben, wie sich MINT anfühlt.  
 
Dabei ist es nicht nur inhaltlich spannend, sondern bietet auch ein großes Sicherheitspotenzial: Wer sich in einem MINT-Beruf etabliert, hat gute Aufstiegschancen, es werden viele unbefristete Jobs vergeben, die oftmals überdurchschnittlich bezahlt sind. Vollzeit arbeitende MINT-Akademiker haben 2020 rund 5.800 Euro brutto im Monat verdient – 400 Euro mehr als die erwerbstätigen Hochschulabsolventen insgesamt. 
 
Überdurchschnittlich gut bezahlt 

 

Wie gut MINT bezahlt wird, wird laut iwd beim Vergleich mit Ausbildungsberufen deutlich: Das monatliche Medianentgelt - der mittlere aller der Höhe nach gereihten Löhnen – lag im Schnitt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Facharbeiter Ende 2020 bei 3.166 Euro. In der Informatik war er mit 4.243 Euro rund ein Drittel höher, auch Fachkräfte in der Technischen Forschung und Produktionssteuerung verdienten mit 3.831 Euro und in Bau, Vermessung und Gebäudetechnik mit 3.720 Euro wesentlich mehr als der Durchschnitt. Also: MINT lohnt sich!