IT-Karriere: Wie wichtig ist es, sich weiterzuentwickeln?

IT-Karriere: Wie wichtig ist es, sich weiterzuentwickeln? | Golem Karrierewelt

Von Juliane Gringer

Wo du beruflich aktuell stehst und wie du im Job vorankommst, erklärt Matthias Schleuthner. Er ist Gründer, Unternehmer und IT-Coach für Shifoo.

Matthias, wie wichtig ist es, dass ich mich in meinem Job weiterentwickle?

Bei IT- und Software-Experten ist die fortlaufende fachliche Weiterentwicklung immanent wichtig, wenn man seine Karriere am Laufen halten möchte. Ich treffe immer wieder auf IT-ler, die auf bestimmten Technologien stehen geblieben sind, sich nicht fortgebildet oder den entscheidenden Versionen-Sprung nicht mitgemacht haben und sich deshalb abgehängt fühlen. Dieses Gefühl wird oft zur Realität, wenn es beispielsweise um einen Jobwechsel geht: In den Stellenanzeigen der Unternehmen schlagen ihnen dann Anforderungen entgegen, die sie nicht abbilden können. Leider bevorzugen Unternehmen immer Kandidaten und Kandidatinnen, die bereits genau die gesuchten Skills mitbringen, weil sie in der Regel wenig Spielraum für intensive Einarbeitung haben. 


Wen betrifft das deiner Erfahrung nach?

Interessanterweise sind das meistens Menschen um die 40. Sie haben in bestimmten Technologie-Bereichen gelernt und ihr Wissen in dem speziellen Segment immer weiter ausgebaut und vertieft, dabei aber oft die Entwicklungen und Trends am Rande nicht mitgemacht. Oft passiert das auch, weil es strukturell beim Arbeitgeber einfach nicht gefordert oder möglich war. Dann stellen sie sich mit einem Mal die Frage, wie sie die restlichen 25 Jahre ihres Arbeitslebens gestalten und ob sie mit ihrem aktuellen technischen Wissen da noch durchkommen. Und es wird schnell klar, dass sich die technische Welt viel zu schnell weiterdreht. 

 

Wie erkenne ich, ob ich in meinem Job up to date bin, was Wissen und Fertigkeiten angeht?

Wenn du im Tagesgeschäft immer mehr Begriffe und Technologien hörst, die du nicht einordnen beziehungsweise direkt abbilden kannst, dann ist das ein Alarmsignal. Ignoriere auch nicht die Megatrends, sondern prüfe für dich, wie du ihnen entsprechen kannst und entwickle dein Wissen immer weiter! Ein gutes Beispiel ist das Thema Cloud und DevOps. Erfahrungen in der reinen Systemadministration im Client-Server-Bereich reichen in vielen derzeit gefragten Rollen der Unternehmen nicht mehr aus. Achte außerdem immer darauf, dass du bei Software- und System-Releases die aktuellen Versionen kennst. Wenn zunehmend neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden, die neue fachliche Skills mitbringen, kann das ein Indikator dafür sein, dass du auf dem besten Weg bist, zum alten Eisen zu mutieren.

Welche Fragen sollte ich mir dann stellen?

  • Kann ich mit dem, was ich aktuell fachlich kann, die nächsten zehn Jahre meinen Job oder auch einen neuen bedienen?
  • Bin ich in einem Technologie-Umfeld unterwegs, welches eine Zukunft hat und in dem ich mich kontinuierlich weiterentwickeln kann?
  • Wie verbreitet sind die Technologien, mit denen ich arbeite, im Markt?
  • Bin ich bereit, mich technisch weiterzuentwickeln?
  • Welche Skills werden in fünf Jahren vorrangig gefragt sein?
  • Strebe ich eine fachliche Laufbahn an oder möchte ich Führungskraft werden? Bei einer fachlichen Laufbahn sind tiefe technische Skills noch wichtiger. 

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