McKinsey: Unternehmen senken Reisebudgets um bis zu 50 Prozent

McKinsey: Unternehmen senken Reisebudgets um bis zu 50 Prozent | Golem Karrierewelt

(Bild: Hollie Adams/Getty Images)

 Achim Sawall

Deutsche Konzerne bereiten sich auf die Zeit nach der Pandemie vor. Großraumbüros sollen jedoch bleiben.

Die deutsche Wirtschaft plant nach dem Ende der Coronakrise deutlich weniger Dienstreisen als vor der Pandemie. "Unternehmen haben ihre Reisebudgets um 40 bis 50 Prozent reduziert", sagte Fabian Billing, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Demnach arbeiten die Firmen aktuell konkrete Pläne aus, um sich auf das Ende der Pandemie vorzubereiten. Billing erwartet, dass es weiterhin Großraumbüros geben wird: "Ich gehe nicht davon aus, dass Firmen, die erfolgreich in flexiblen Arbeitsumgebungen gearbeitet haben, plötzlich wieder Wände einziehen. Das Büro als Raum für Begegnung, Teamwork und Kreativität wird wichtiger denn je werden."

Liefer- oder Plattformdienste mit unzureichendem Schutz

Vertreter der Bundesregierung und der Gewerkschaften kritisieren zugleich den zum Teil unzureichenden Coronaschutz der Beschäftigten in Betrieben. "Wir haben mit entsprechenden Arbeitsschutzverordnungen schnell reagiert und stellen fest, dass die Unternehmen viel tun, um die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten", sagte Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, der Welt am Sonntag. Aber man sehe natürlich auch Ausnahmen, etwa im Bereich von Liefer- oder Plattformdiensten.

Bei einer Mitgliederbefragung der IG Metall zu den Schutzmaßnahmen zeigten sich mehr als ein Fünftel der Beschäftigten damit unzufrieden. "Dabei wird teilweise die mangelhafte Umsetzung notwendiger Schutzkonzepte durch die Arbeitgeber kritisiert, teils aber auch die mit den Maßnahmen einhergehenden zusätzlichen Belastungen - etwa durch das überlange Tragen von Schutzmasken ohne angemessene Erholungsdauer", sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, der Zeitung. Nun räche sich, dass "die Gefährdungsbeurteilung als verpflichtendes Instrument für den Arbeitsschutz in vielen Betrieben immer noch ein Fremdwort" zu sein scheine. "Diese Rechtsverweigerung ist skandalös", sagte Urban.

Das Problem sei, dass Unternehmen kaum entsprechende Kontrollen fürchten müssten, heißt es beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Anja Piel vom DGB-Bundesvorstand sagte der Zeitung. "Für die Mindestbesichtigungsquote von lediglich fünf Prozent der Betriebe pro Jahr bis 2026 gilt aber: zu spät und zu wenig. Da braucht es mehr Engagement der Länder", sagte die Gewerkschafterin. "Wenn im Schnitt nur alle 25 Jahre ein Aufsichtsbeamter zur Betriebsbesichtigung vorbeikommt, dann ist das zu wenig, ob mit oder ohne Pandemie." 

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